HELGA CMELKA

 

1952 geboren in Mödling/NÖ; lebt und arbeitet in NÖ und Wien;

seit 1990 Mitglied des Wiener Künstlerhauses;

2001 Stipendium Bundesländeratelier Paliano, Italien;

2007 Einladung als Artist in Residence und Visiting Lecturer am RMIT      

University, School of Art, Printmaking Department, Melbourne, AUS;

2009 Einladung ins Gastatelier „Maltator“, Gmünd, Kärnten;

2012 „Artist in Residence“, ÖKKV Kulturfabriken Örnsköldsvik/S;

 

Beteiligungen an Grafik-Biennalen und Triennalen u.a. in Polen, Bulgarien, Ägypten, Deutschland und Einladungen zu internationalen Symposien und Environment Art u.a.:

1989 „Die Farbenlehre Goethes“, Kajaani/ Finnland; 1992 „Spannungen“ Kleinsassen/Hessen/D;

2002 Flag Art Festival/Seoul/Korea; 2003 XXXV. International Artists’ Symposium, Gyór/H;

 

2008 International Artist Colony, Medana/Slovenia

2009 „Kunst in der Natur“, Wachtberg/Gars am Kamp; Raumimpuls, Waidhofen/Ybbs; 
         „Abiko Internation Open-Air Art Exhibition“, Tokyo/Japan

 

2015 Kunstbiennale und Symposium in Yalova (Türkei)

 

Ausgangspunkt für viele meiner Arbeiten ist textiles Material. „Gewebe“ – in unterschiedlichster Beschaffenheit, Stärke und Struktur spielt in meiner Arbeit eine große Rolle. Die Eigenschaften des Materials sind für den Arbeitsprozess mitbestimmend, das maschinelle Produkt wird mit der eigenen Handarbeit verbunden. Es ist ein langer Prozess des „Hinzufügens“ und „Wegnehmens“, Fäden werden gezogen, vertikal und horizontal, dann wieder dicht genähte Formen – es ist eine Form des „Zeichnens“ – der Faden ist die Linie, die Nadel der Bleistift, die Nadel „schreibt“ in die Gaze. Für die hier gezeigte Serie habe ich mehrere „Gewebezeichnungen“ auf diese Weise hergestellt und sie dann im Siebdruck übereinander gedruckt. So entstand dieses dichte Liniengeflecht.

Parallel zu meinen Bildern und Grafiken entstehen auch dreidimensionale Arbeiten. Aus Eisendraht, bzw. dünnem Draht geknüpfte Objekte – zarten Drahtgeflechte, denen ich Bezeichnungen wie „Nester“ oder „Behausung“ gebe, thematisieren das Wesen eines Quartiers, wie es in der Natur – jedoch in anderer Materialität als Gräser oder Fundstücke – vorkommt. Als Raum, der schützt, aus dem man sich entpuppen kann, oder „entschlüpft“. Diese Objekte verwende ich dann auch für meine Grafiken. Ich fotografiere sie, bearbeite das Foto im Computer und drucke dann die wie eine Federzeichnung anmutenden Objekte im Siebdruck – vom Dreidimensionalen zum Zweidimensionalen, vom Objekt zum Bild.

 

Meine Arbeiten entstehen nicht schnell, nicht spontan oder gestisch. Es ist ein langsamer Prozess der viele Schichten und Arbeitsprozesse durchläuft, manchmal mit Ruhepausen. So entstand der erste Teil für diese Serie schon vor Jahren. „Gezeiten“ war der Arbeitstitel, aber mir fehlte etwas, die Arbeit erschien mir nicht fertig, nicht abgeschlossen und so blieb sie lange Jahre im meinem Atelier verborgen, bis sie mit den „Behausungen“ eine, für mich ideale, Ergänzung gefunden haben.