BARBARA SZÜTS

 

Barbara Szüts wird 1952 in Bad Bleiberg (Kärnten) geboren; von 1974 bis 1980 Studium der Malerei bei Prof. Carl Unger an der Universität für angewandte Kunst, Wien; 1985 bis 1988 Aufenthalt in Hamburg, die Künstlerin lebt und arbeitet in Köln und Wien.

 

Die gezeigten Arbeiten der Künstlerin sind Teil ihres Projekts „urbanscape“ 2018, es sind „3D Körper“ multipler, sich überlagernder Räume, Zeiten und Geflechte. Die Frage, der die Künstlerin dabei nachgeht ist: Wie soll Kunst adäquat einer posthumanen Gesellschaft aussehen, in der Cyborgisierung, Robotik und biotechnische Eingriffe längst zum Alltag geworden sind? Sie kommt zum Schluss, dass diese sich genauso darstellt wie es die heutige globale Kunst tut. Die Kunst geht mit den modernen Entwicklungen Hand in Hand, und so delegiert auch die Künstlerin, nach Scanning und Korrektur, die Endfertigung ihrer Objekte an digitale Maschinen. Dabei gelingt es ihr, eines der elementarsten Ausdrucksmittel in der Kunst, die Zeichnung, im 21. Jahrhundert – in neuem Kleid – über den digitalen Prozess hinaus in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten. Ausgangspunkt sind durch eine dreidimensionale Zeichnung ins Räumliche gebrachte Linien. Es sind „Raumzeichnungen“, die als Skulptur umgewandelt wieder in den Raum zurückfließen. Ausgangspunkt für die reliefartigen Objekte mit geringer Tiefe ist also immer eine Handzeichnung von Linien auf Papier, die nicht nur motorische Gestik, sondern auch den Faktor Zeit in Form von Bewegung erkennbar machen. Diese Zeichnungen werden fotografiert, dann digitalisiert, digital noch einmal gezeichnet und anschließend in eine DXT-Datei umgewandelt. Die metallbearbeitende Firma erhält diese Datei, die wiederum auf das hauseigene Schneideprogramm umgewandelt wird, um aus Metallblechen die Form zu schneiden. Die Linien bleiben bestehen und die Skulptur wird in diesem Negativ – Positiv – Verfahren aus dem Blech herausgelöst. Entscheidend ist dabei die prozesshafte Entstehung während des künstlerischen Vorgangs der Digitalisierung. So wie Szüts‘ Skulpturen untereinander und mit dem Raum kommunizieren, so treten sie auch in Wechselwirkung mit dem Betrachter. Die dreidimensionalen Linien sind nach allen Seiten hin offen, wobei erst die Vorstellung von Erweiterung und Ergänzung der Linien im Auge des Betrachters die Räumlichkeit der Arbeiten bedingt. Die eingehende Beschäftigung der Künstlerin mit diesen Wechselwirkungen führt dazu, dass die Skulpturen von ihr weit mehr sind als nur metallene Wandobjekte: Das Drumherum ist entscheidend und führt letztendlich zu Spontaneität und Lebendigkeit der Arbeiten.

 

Einzelausstellungen der letzten Jahre:

2013 Spaces 2013, Kunstraum Walker, Klagenfurt sowie Spaces 2013, Galerie Freihausgasse, Villach; 2016 „artist in residence“, Maltator, Gmünd/Kärnten; 2017 Studio, Galerie Depelmann, Langenhagen. Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 2016 Skulpturenpark Galerie Walker, Schloß Ebenau, Weizelsdorf; Skulpturensommer Galerie Depelmann, Langenhagen; Skulpturengarten Langenzersdorf Museum, Langenzersdorf; 2017 Skulpturen im Ehrenhof im Gartenpalais Liechtenstein, artaustria; Skulpturenpark Galerie Walker, Schloß Ebenau, Weizelsdorf; Skulpturensommer Galerie Depelmann, Langenhagen; Skulpturengarten Langenzersdorf Museum, Langenzersdorf. Skulpturen im öffentlichen Raum: Spiegelung 2009-2010, Bahnhof Friedberg/Augsburg; Hotel Chelsea, Jülicher Str. 1, Köln; Stadthaus Köln, Deutz, Magistrale D-E, Hof, Willy Brandt Platz, Köln; Sammlung Essl, Klosterneuburg, A, Ankauf; Kölner Kreisel, Attendorn; Gutenbrunner Park, Baden, A.