RIFAAE

Ahmad Rifaae wurde 1977 im Nordosten Syriens geboren. 1999 schloss er die Hochschule der schönen Künste in Damaskus ab, im Jahr 2000 machte er einen weiteren Abschluss im Fach Ölmalerei. Bis ins Jahr 2014 folgten Gruppen- und Einzelausstellungen in Damaskus, der Türkei, Kuwait und dem Irak: zahlreiche seiner Werke befinden sich in der Sammlung des Kulturministeriums in Damaskus.

Nach seiner Flucht nach Österreich sind neue Werkserien entstanden, die schon mehrfach in Kärnten gezeigt wurden, wie die 2017 im Kunstraum Walker gezeigte Serie der "Fliegende Gedanken". 

 

Dem Künstler ist es ein besonderes Anliegen, seine Empfindungen durch Tiergestalten auszudrücken, wobei auch Erlebtes aus seiner Heimat in verarbeiteter Form über die Tiere den Weg ins Bild findet. Diese – wie etwa Zugvögel – stehen dabei symptomatisch für die Wandelbarkeit, den Willen und die Fähigkeit sich zurechtzufinden in gerade jener Umgebung, die geboten wird. Dabei wirken die etwas unförmig-ruhenden, dann wieder agilen Gestalten so, als hätten sie ihren Raum (im Bild) bereits in Anspruch nehmen und sich verankern können. Neben natürlicher Bodenständigkeit strahlen die Werke Hoffnung und eine an der Zukunft orientierte Haltung aus. Sie zeigen über eine ausgeprägte, eigenständige Handschrift jenen Weg, den der Künstler durch die Kraft und die Möglichkeiten der bildnerischen Darstellung bereits gegangen ist und den er mit Beständigkeit weiterführt.

 

"Was ich Ihnen mit meiner Malfeder erzählen möchte ist, wie einige Wesen wie Vögel oder Objekte sich im Raum ohne Grenzen frei bewegen können, darüber hinweg fliegen und hoffen, dass sie an einem Ort von Neuem beginnen oder ein Nest bauen können, dort wo der schwarze Baum einen langen Schatten über den Rest von uns wirft.“

 

„The essence of life“ so der Titel einer neuen Serie an Bildern, lässt Einblicke in sein Leben zu. "Die Erlebnisse meiner Flucht, auf dem Land und auf dem Seeweg, haben mich als Mensch wachsen lassen", sagt Rifaae. Häufig sieht man in meinen neuen Arbeiten „Ziffern oder Barcodes“ – ein Hinweis auf die „Entpersonalisierung“, dem nicht nur der „Fremde“ sondern jeder Mensch zunehmend überall ausgesetzt ist. Manche Bilder (ich verwende in dieser Serie keinen Pinsel, sondern nur Kohle, Tinte, Tusche, Kartonstreifen und Baumwolltücher) deuten auf das Entstehen des Lebens hin. (Rifaae hat mir bei seinem Atelierbesuch auch die Ultraschallbilder seines neugeborenen Kindes dazu gezeigt...) Unschuldig, unberührt entfaltet es sich um aber sogleich dem Missbrauch, der Macht des Geldes, der Korruption, den Unsicherheiten – ob politisch, ökologisch oder sozial – ausgeliefert zu sein. Die Wesen, die ich gestalte, so der Künstler, sind oftmals seltsam aber sie werfen Fragen auf, die uns alle betreffen. Ein begleitendes Symbol, schon seit einigen Jahren, ist der Fisch, der manchmal zart angedeutet auch in diesen neuen Bildern vorkommt. Der Fisch als ständiger Begleiter in Rifaaes Werk. “Lachse sind Fische, die auch immer auf Wanderschaft sind, auch zwischen Salz, -und Süßwasser. Zum Laichen schwimmen sie sogar flussaufwärts, gegen den Strom. Irgendwie hat das auch mit der Situation von mir und meiner Familie zu tun.“