C.L. ATTERSEE

 

1940 in Pressburg geboren; Übersiedlung nach Linz/Donau, wo er das Realgymnasium besucht; 1957-1963 Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien (Bühnenarchitektur, ab 1959 Malerei bei Eduard Bäumer); 1975 Gemeinschaftsarbeiten mit Günter Brus; 1984 Attersee vertritt Österreich bei der Biennale in Venedig; seit 1992 Professor an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. (Meisterklasse für Malerei, Animationsfilm und Tapisserie); Attersees Haupttätigkeit, obwohl Musiker und Poet ist die Malerei (Ausstellungen u.a. im Stedelijk Museum in Amsterdam und eine Retrospektive in der Eremitage/St. Petersburg), 1998 Auszeichnung mit dem Großen Österreichischen Staatspreis, Attersee lebt und arbeitet in Wien, am Semmering und auf Mallorca.

 

Attersee ist ein assoziationsreicher Poet, ein Erfinder von Bildern und Welten, der letztlich durchaus kritisch an Zuständen und Symptomen rührt, mit denen wir täglich zu tun haben. Attersee hat in dieser Beziehung immer wieder mit clownesker und auch dramatischer Schärfe seine bildnerischen Marginalien und Glossen angebracht. In seiner emotionalen Spannweite, aber auch in der Ambivalenz des bildnerischen Ideenreichtums vermittelt das durch die Auseinandersetzung mit Sexualität entscheidend geprägte Gesamtwerk die ideale Synthese von Kopf- und Handarbeit, von "Tau und Kern".    Peter Baum

Attersees Malerei ist weder konzeptuell noch philosophisch, sondern praktisch - das einmalige Resultat einer physischen und geistigen Explosion. Nach eigener Aussage malt er immer ein Bild fertig, ehe er das nächste beginnt; nie arbeitet er gleichzeitig an mehreren Bildern. Auch ein Sänger kann ja nicht gleichzeitig zwei Lieder singen. Rudi Fuchs

Jeder nur denkbare Gegensatz, reißende Bewegung, erotische Architektur, Himmelfahrten und Höllenstürze, metamorphose Exstasen, Verletzung und Stille, - all das und mehr beschwimmt der Fisch in den Bildfunden Attersees. Peter Baum beschreibt mit diesen Worten eines seiner Hauptsujets. 1997 ist auf der Hollenburg/Kärnten zu diesem Thema die Ausstellung: "Der geträumte Fisch" (anlässlich der Kärntner Landesausstellung "alles jagd") zu sehen. 4 Jahre später entstehen in einer Glaswerkstätte in Murano Attersees gläserne Fisch-Vögel. Er nennt seine Vogelpaare: "Adam und Eva" sowie "Fisch und Vogel". Gezeigt werden diese mit einer Auflage von 30 Stück gefertigten Objekte in Österreich zum ersten Mal im Juli 2002 im Schloss Ebenau/Rosental, da das Gesamtprojekt über die Vermittlung von Judith Walker zustande gekommen ist. Der Fisch"ist Schauplatzwächter und Brücke zwischen Mann und Frau, er ist der fruchtbare Freund in Licht und Dunkelheit, in Farbe und Norm, er ist der Knabe am Ball, Futter zur Sonne."