BERNARD AUBERTIN und BRUNO GIRONCOLI

 

Juli 2020 bis März 2021

 

 

 

Der Kunstraum mit seinem Schaufenstercharakter ist derzeit Bühne für zwei große Namen: Skulpturen von Bruno Gironcoli sind monochromen Leinwänden von Bernard Aubertin gegenübergestellt. Dabei werden eine geometrisch-minimalistische Kunstauffassung, die den Eigenwert der Farbe über jede Abbildhaftigkeit stellt mit den barocken, opulenten Formfindungen – mit zutiefst menschlich-existentiellen Bedeutungsmustern –  in eine raumübergreifende Verbindung gebracht. Beide Künstler sind Ikonen der Kunstgeschichte, die vorangehende Kunstentwicklungen auf nicht konforme Weise erneuern und  Generationen von Künstlerinnen und Künstlern prägen.

 

Von Bruno Gironcoli (geboren 1936 in Villach, gestorben 2010 in Wien) sind vier Skulpturen zu sehen, in der Mitte der 2001 entstandene Aluminiumguss Ein Körper, zwei Seelen. Inneres wird hier nach außen gekehrt, die schmerzhafte Zerrissenheit menschlicher Existenz kommt nicht zuletzt durch die Stacheln an der Basis der Skulptur zum Vorschein. Wie Melonen scheinen die Seelen auf gewaltigen Ästen zu sitzen. Sie erinnern an Janusköpfe und sind Symbole der Zwiespältigkeit in der Dualität aller Dinge, wie Schöpfung/Zerstörung, Leben/Tod, Licht/Dunkelheit, Anfang/Ende, Zukunft/Vergangenheit. Das Kind im Tulpenbett „Flammenkranz mit Baby“, 2006 (links hinten) aus 1998/1999 ist einer gigantischen Muttermaschine im Zustand der Erstarrung entnommen. Sie entspringt der Phantasie von Retorten- und Maschinenwelten, einer obsessiven Vorstellung von Geburt. Die Anonymität und Geschlechtslosigkeit der Babyfigur hat als weiteren Aspekt die Faszination Gironcolis für das massenhaft Produzierte, das Billige, Funktionsgerechte, wobei es dem Künstler darum geht, Funktionen zu negieren und die Form zu vereinzeln. Das Warme und Schützenswerte eines Babys wird entzogen, es wird anonymisiert und in einem Feuerkranz zur Schau gestellt. Das Kind zeigt sich verlassen, aber auch befreit von der alles dominierenden Mutter.  Auch die Doppelringfigur, ein Aluminiumguss von 2007 (links), sowie der 'Teller' entstanden 2005 (rechts) zeigen die für Gironcoli typischen Merkmale von Offenheit versus Geschlossenheit, in Verbindung mit einem bereits auf Reduktion bedachten Formenvokabular.

 

Bernard Aubertin (geboren 1934 in Fontenay-aux-Roses, bei Paris gestorben 2015 in Reutlingen bei Stuttgart, Gründungsmitglied der Gruppe Zero, führt Tendenzen der Konkreten Kunst und der Farbfeldmalerei weiter und befreit rote Gemälde von glatter Flächigkeit. Das geschieht, indem bei den hier gezeigten pastosen Bildern, zum greifbaren, autonomen Stoff wird. Die Liebe zur Farbe Rot und die aus ihr herauswachsende Faszination und künstlerische Aneignung von Feuer und Rauch sind bei Aubertin eine Leidenschaft, die bis zur kompletten Identifikation führt und zum primären Ausdrucksmittel wird. Die Farbe Rot, ihre Anziehungskraft, ihr Zauber, ihre Bewegung, ihr Licht, ihre Vibration, ihre emotionale Wirkung, erhält dinghaften Charakter, ohne dabei über sich selbst hinaus zu verweisen. Aubertins Arbeiten entstehen in keinem konsequenten, durchlaufenden Vorgang sondern in einem ständigen Unterbrechen und wieder Beginnen. Dieser Vorgang schafft für den Künstler jene Distanz, die er als grundlegend empfindet: eine Distanz zur Natur, vor allem zur menschlichen Natur.

 

Die Kombination der Arbeiten beider Künstler bringt neben Gegensätzlichkeit, wie die Anbindung oder Abkoppelung vom menschlichen Sein, auch Verbindendes zu Tage. Eine Form der Reduktion und punktgenauen Konzentration, bei Aubertin im formalen und bei Gironcoli im inhaltlichen Bereich, schaffen einen weiten geistigen Freiraum sowie eine räumliche Situation, in der sich der Raum nicht verengt, sondern ausdehnt.

Sonja Traar

 


 

 

MANFRED BOCKELMANN

INSTALLATION - Abgeschnitten und herausgerissen

 

 

Oktober 2019 bis Jänner 2020 

 


 

ARNO POPOTNIG

STÜCKGUT

 

Mai bis September 2019

 

 

Der Künstler ist seit vielen Jahren mit der Galerie Walker verbunden und bereits im Jahr 1995 war unter diesem Titel eine Ausstellung (damals noch im Goldenen Brunnen) zu sehen. Die jetzige Ausstellung eröffnet so anhand einer neuerlichen Streuhängung einen aktualisierten Ein- und Überblick in neuem Ambiente.

Als hätte ein launiger Windstoß durch einen Bilderwald gefegt, sammeln sich die kleinformatigen Malereien an den Wänden des Kunstraums – wie zufällig hingeworfen, vermitteln sie einerseits schwerelose Leichtigkeit, andererseits einen vielschichtigen Dialog, in den die Bilder eintreten. Die Bezeichnung „Stückgut“ wäre ein Hinweis darauf, dass die Arbeiten einem einzigen Stück, einem „Sammelgut“, angehören; so ergibt sich aus einer möglichen Zufälligkeit von Auswahl und Anordnung eine fein abgestimmte Choreografie, in der jedes Werk bewusst an seinem Platz hängt und einen Resonanzraum eröffnet. Dieser Raum beginnt in unterschiedlichen Klängen zu vibrieren: Helle, leichte Töne in blauer und weißer Himmelfarbe vermischen sich mit tiefen Klängen in dunklen, erdigen Farbtönen, durchmischt vom warmen, pulsierenden Klang der Rottöne. Dabei kommt es zu einer Verdichtung, ausgelöst sowohl durch den Vielklang der Farben als auch durch die Pinselführung in den Arbeiten selbst. In einem dicht verwobenen Davor und Dahinter erinnern die einzelnen, eher verschwommen als klar voneinander abgegrenzten Formen an biomorphe Formationen von Gestein oder organischer Materie. Sie scheinen einmal auf dem sie umgebenden Malgrund zu schweben, dann wiederum in diesem zu versinken. Eine teils pastose, geschlossene Malweise verbindet sich mit spontanem Pinselduktus, der die zeitliche Dimension als gestische Komponente einfügt und die Handschrift des Künstlers wiedergibt. Assoziationen an Gegenständlichkeit eröffnen den Blick in einen ebenso dynamischen wie in sich ruhenden Formenreichtum, der zugleich Mikro- und Makrokosmos ist. Durch die spannungsreiche Verschränkung von kalten und warmen Farben kommt es zu einer Dynamisierung, die über die einzelnen Arbeiten hinausgeht und sie als „Gesamtstück“ erfasst. Sie überträgt sich auf den gesamten Galerieraum, der in einer einmaligen Gleichzeitigkeit von Spontaneität und strukturierter Ordnung zu leben beginnt.

 

Arno Popotnig ist 1965 in Görtschach im Gailtal geboren, von 1985 bis 1994 besucht er die Hochschule für angewandte Kunst in Wien, u. a. die Meisterklasse für Malerei bei Adolf Frohner. 1989 erhält er den Dr. Leopold Goess-Förderungspreis (Klagenfurt), 1993 ein Auslandsstipendium in der Cité des Arts Paris und 1997 ein Staatsstipendium für bildende Kunst. 2009 ist er Artist in Residence in Paliano, Italien. Ausgewählte Einzelausstellungen: 1995 Stückgut, Galerie Walker; 1996 Galerie im Traklhaus, Salzburg; 1997 Paravent, Kärntner Landhaus; 2001 Galerie Walker, Schloss Ebenau; 2005 Movimenti II, Künstlerhaus Klagenfurt (mit U. Aschbacher und G. Katol), 2006 Galerie Walker, Schloss Ebenau; 2008 Struktur und Fluss, Palais Liechtenstein, Feldkirch (mit U. Plieschnig); 2010 Gegenläufe, Kunstraum Walker, Klagenfurt; 2013 Österreichisches Kulturforum Istanbul. Ausgewählte Ausstelllungsbeteiligungen: 2000 Syncopen, Amthof, Feldkirchen (K); 2003 plus-minus 30, Galerie Walker, Ebenau; 2009 RaumZeichenRaum, Künstlerhaus Klagenfurt; 2013 25 Jahre Galerie Walker, Schloss Ebenau; 2015 Tangenten, Ein Kärntner Querschnitt, Forum für aktuelle Kunst, Feldkirch (V); 2018 Kunst am Fluss, Galerie Sikoronja, Rosegg (K).                            Sonja Traar


 

Claus Prokop

ALL_ALONE

 

Feber bis 15. April 2019 

 

Die im Kunstraum Walker gezeigten Arbeiten (2017-2018) von Claus Prokop waren im Sommer 2018 im Schloss Ebenau zu sehen. Sie schließen an sein bisheriges Schaffen an und bilden mit diesem gemeinsam eine weitere Sequenz und Variation seines konsequent verfolgten künstlerischen Anliegens. Die Bilder, welche den Punkt in serieller Wiederholung als formalen Inhalt haben, loten durch dessen Verdichtung und malerisch geprägten Variantenreichtum alles aus, was diese Gestaltungsform zu bieten hat. Im Einzelnen komplett individuell, gleicht kein Punkt dem anderen, und folgt dennoch der nur sinnlich erfassbaren Gesetzmäßigkeit einer inneren Ordnung, die aus der Nachbarschaft zu den umliegenden Punkten entsteht. Erst durch die serielle Vervielfachung des Punktes, seiner rhythmischen Ausbreitung über die ausschnitthaft erscheinende Bildfläche und den farblichen Bezug zum annähernd monochrom gehaltenen Untergrund kann dieser seine ganze Modulationskraft entfalten. Die Bilder rufen Assoziationen zu kultivierten Landschaften hervor, denn das Auge tendiert unweigerlich dazu, ein eigenes inneres Bild entstehen zu lassen und die Punkte zu einem der Abstraktion enthobenen Erinnerungsbild zusammenzufügen. Tatsächlich gehen diese aktuellen Arbeiten auf eine Serie von Malereien des Künstlers aus der Zeit von 1996 bis 2002 zurück, deren Grundmotiv Landschaft in einem erweiterten Sinn waren. Die Bilder wirken jedoch nicht für sich alleine, sondern ergeben erst in der Gesamtschau, die selbst auch unendlich erweiterbar scheint, ein größeres System, ähnliche, jedoch im Detail unterschiedliche Objekte bilden gemeinsam ein Motiv. Es handelt sich dabei um keinen statischen Zustand, sondern um eine mögliche Momentaufnahme eines dynamischen Prozesses durch das Vor- und Zurücktreten der Einzelelemente. Aus dem Bild heraus und in den Raum hineingefallen bzw. dort gelandet ist eine Skulptur des Künstlers, eine Raumkapsel, welche vergangenen Sommer während eines Artist in Residence Aufenthalts im Krastal entstanden ist. „Bei der Raumkapsel bleibt es bis zu Schluss unklar, ob ich damit angekommen bin, es sich um ein Fundstück handelt oder ob sie gebaut wurde, um wieder wegzufliegen“, so der Künstler.


Deborah Sengl

Es sind Arbeiten aus dem Zyklus 'Heimsuchung - Hells Angels' zu sehen.

 

Bis 6. Jänner 2019

 

Die 17-teilige Serie 'Minimundus'  ist  bis 6.  Jänner 2019

im Foyer der Stadtgalerie Klagenfurt täglich außer Montag  10 - 18 Uhr zu sehen.

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Deborah Sengl

MINIMUNDUS

 

20. September - 31. Oktober 2018

 

 

Die neueste Serie „Minimundus“ von Deborah Sengl ist anlässlich des 500ten Jubiläumjahres der Stadt Klagenfurt für den Kunstraum Walker entstanden.

Einiges, so beispielsweise der Lindwurm, Minimundus oder der Pyramidenkogel, erfreuen sich bei TouristInnen großer Beliebtheit. Aber auch weniger ruhmreiche Ereignisse der Vergangenheit, wie der Hypo-Skandal oder der Ortstafelstreit sind in allgemeiner Erinnerung geblieben. Vieles ist über die Stadtgrenzen hinaus aber weitgehend unbekannt.

 

In Form eines Setzkastens hat die Künstlerin siebzehn Episoden und Charaktere der Stadtgeschichte in ihrer gewohnt pointierten Art dargestellt. Dass Sengl keine Kärntnerin ist, tat der Recherche keinen Abbruch sondern hat ihr eine neugierig distanzierte Spurensuche ermöglicht. So wissen wahrscheinlich nicht (mehr) viele, dass das erste Maria-Theresien-Denkmal zugunsten von Kanonen eingeschmolzen wurde und die legendäre Lederfabrik Neuner wegen der City Arkaden weichen musste. Und dass die einstige „Sonne“ Kärntens im Wodka des Stadtkruges untergangen ist, zeugt von Sengls Liebe zu bitterbösen Details... 

 

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Samstag, 6. Oktober 2018,  18 - 1 Uhr

Lange Nacht der Museen

 

Deborah Sengl

Minimundus

 

 

Weitere Informationen zur 'Langen Nacht der Museen' finden Sie hier: langenacht.orf.at

 


Manfred Bockelmann I Europäische Außengrenze 

 

Installation  'ohne Worte'

 

 

bis 8. September 2018


  

MICHAEL KOS

RUNDE SACHE 

 

22. April - 11. Juli 2018

 


 

Donnerstag, 15. März 2018 von 18 bis 22 Uhr

apero 

frühlingserwachen der klagenfurter galerien und museen

Bruno Gironcoli

Skulpturen und Arbeiten auf Papier

Kunstraum Klagenfurt, Bruno Gironcoli - Skulpturen und Arbeiten auf Papier
Kunstraum Klagenfurt, Bruno Gironcoli - Skulpturen und Arbeiten auf Papier

12. Feber - 13. April 2018

 

BRUNO GIRONCOLI

 

Skulpturen und Arbeiten auf Papier